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Mängel in der Desinfektion

09.02.2013 / Dr. Hans-Friedrich Willimzik

 

Die Gesundheitsämter haben ihre Erfahrungen aus den Begehungen von Arztpraxen bezüglich von häufig auftretenden Hygienemängeln in den Praxen zusammengetragen und in einer Übersicht herausgegeben. Für die Mitglieder von Pro Praxis habe ich die Ausführungen der Gesundheitsbehörde noch einmal zusammengefasst:

 

1. Mängel bei der Händereinigung und -desinfektion

Desinfektion der Hände vor OP

Häufig vergessen Mitarbeiter, bei der Hygiene der Hände Uhren, Armreife oder Ringe abzulegen. Generell ist daran zu denken, dass die Maßnahmen nur so selten wie nötig durchgeführt werden. Anderenfalls kann es zu einer starken Belastung der Haut mit einer konsekutiven Abnutzungsdermatose kommen. Wenn allerdings eine Reinigung und Desinfektion erfolgt, sollte sie mit den richtigen Präparaten über eine ausreichende Zeit und mit der richtigen Technik durchgeführt werden. Generell ist auch die Desinfektion einer übermäßigen Hautreinigung vorzuziehen. Dem Schutz der Funktion der Hautbarriere sollte oberste Priorität eingeräumt werden.

Die Entnahme aus dem Spender sollte stets "Hand Berührungsfrei" erfolgen. Ansonsten kann es zur Kontamination der Spender kommen, was wiederum einer gefährlichen Hautbelastung Tür und Tor öffnen kann. In jeder Praxis sollten, insbesondere zur Herbst- und Winterszeit, geeignete Handpflegemittel zur Verfügung gestellt werden. Prophylaxe ist viel besser, denn sie erspart Fehlzeiten und unnötige Praxiskosten.

 

2. Mängel bei der Instrumentenreinigung und -desinfektion

Da die Präparate für die Instrumentenreinigung und Desinfektion häufig in konzentrierten Lösungen angeliefert werden, kommt es immer wieder zu falschen Ansätzen der Arbeitslösungen. Sinnvoll ist der Einsatz von Dosierhilfen, vermeidet er doch falsche Konzentrationen. Immer, wenn zur Herstellung von Arbeitslösungen Konzentrate verwendet werden, sollte unbedingt auf das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung in Form von Schutzbrille und Schutzhandschuhen geachtet werden. Arbeitslösungen sind nach einem praxisinternen Qualitätsmanagement regelmäßig zu erneuern. Beim Arbeitsablauf ist auf einen unreinen und einen reinen Bereich zu achten.

 

3. Mängel in der Flächendesinfektion

Hier gilt das Prinzip: es wird zu häufig, dafür aber zu kurz oder in zu niedrigen Konzentrationen durchgeführt. Es sollte auch in diesem Bereich ein praxisindividueller Hygieneplan erstellt und konsequent eingehalten werden. Auch das Wartezimmer sollte regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.

 

4. Allgemeine Hygieneprobleme

Die Praxiskleidung wird nicht getrennt von der Privatkleidung aufbewahrt. Im stationären Bereich sind die Decken bzw. Unterlagen für Hunde und Katzen nach jedem Patienten frisch aufzubereiten. Praxiswäsche sollte bei mindestens 60 Grad Celcius gereinigt werden. Hat man einen Patienten mit einem MRSA sollten besondere Arbeitsanweisung zum Umgang mit dem Patienten bestehen und auch eingehalten werden. Werden Salben, Tinkturen oder Augenmedikamente im Anbruch in der Praxis eingesetzt, sollten Verbrauchsfristen festgelegt sein.

In diesem Sinne wünsche ich ein weiterhin erfolgreiches und befriedigendes Schaffen.

 

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